Saarbrücken | 6. bis 7. November 2015

Statt eines Protokolls: Michael Schwarz / 10. November 2015

Das LIFA Kolloquium ist ein Workshop und Diskussionsforum für Künstler, die in ihren Arbeiten die Gestaltung oder Wirkung von Licht zum Hauptziel haben und für alle an der Erfassung, Ausstellung, Dokumentation oder wissenschaftlichen Darstellung relevanter Kunstformen Interessierten, darunter Kuratoren, Kunsthistoriker, Archivare, Publizisten und Museumsmitarbeiter. Bislang fanden zwei Kolloquien in verschiedener Zusammensetzung statt in denen Arbeitsgebiete abgesteckt werden konnten. Im 3. Kolloquium ging es neben Werkpräsentationen und Ausstellungen um den Stand der kunstwissenschaftlichen Auseinandersetzung und wissenschaftlichen Aufarbeitung sowie um den Aufbau einer Datenbank zur Sammlung und fotografischen Dokumentation aller Arbeiten von … bis.

Ergebnisse und Ausblick

Die Ergebnisse eines solchen Kolloquiums sind selten konkret; dafür sind die Interessen der Teilnehmer zu unterschiedlich, die Diskussionen auf den Panels nicht konzise genug und Wiederholungen früherer Diskussionsergebnisse nicht auszuschließen. Der Mehrwert der zwei Tage liegt wohl eher in der Chance zur Darlegung der eigenen Position, im Nachdenken über den Zusammenhang des eigenen Werkes mit anderen Wissenschaftsbereichen und der allabendlichen Gewissheit, nicht alleine zu sein.

Der Aufwand für alle Beteiligten ist hoch, insbesondere für den Veranstalter. Wenn es weitere Kolloquien geben soll, ist zu fragen: Wie oft im Jahr sollten wir uns treffen, wie könnte eine alternative Struktur aussehen und welche Themen wären interessant. Im Plenum wie am Rande des Kolloquiums war zu hören

– Kolloquien sind (auch für LIFA) wichtig
– mehr als ein Kolloquium pro Jahr ist nicht zu schaffen
– vertiefende Behandlung einer aktuellen Fragestellung der Lichtkunst (z.B. Licht-Raum-Sound) aus unterschiedlichen Perspektiven und Disziplinen
– offene Diskussion im Plenum nach ausgewählten Impulsreferaten

Zu LIFA Research: Die Arbeit wird enorm sein, ein langer Atem ist notwendig, gefunden werden sollte ein Kooperationspartner und geschaffen werden muss eine Stelle, über die das Projekt mittelfristig betreut werden kann. Angeregt wurde die Übernahme bestehender Archive, die Verknüpfung mit existierenden Datenbanken, nachträglich vorgeschlagen wurde für unsere Masken die Einführung von Pflicht- und Zusatzfelder. Unbestritten im Plenum war die Notwendigkeit eines solchen Archivs, um die Akzeptanz der Lichtkunst zu erhöhen und den Kanon der Positionen zu erweitern. Ebenfalls unstrittig war, die Sammlung des Archivs zu kuratieren.

LIFA Colloquium | Programm zum Download

Programm
Ab 10.30 Uhr
Anreise und Kaffee

11.30 Uhr
Begrüßung HBKsaar
Gabriele Langendorf, Künstlerin, Rektorin, HBKsaar
Daniel Hausig, Künstler, Professur für Licht und Intermedia, HBKsaar

11.45 Uhr | Eröffnungsvortrag
Licht – Interferenzen zwischen Kunst und Wissenschaft
Ana Maria Cetto, Physikerin

12.15 Uhr
LIFA Updates
Bettina Catler-Pelz, Kuratorin, Gastprofessur für Licht in der Bildenden Kunst, HBKsaar

13.00 Uhr
Mittagsimbiss

14.00 Uhr | Panel
Farbe und Licht in der Bildenden Kunst
René Hirner, Leiter des Kunstmuseums Heidenheim
Regine Schumann, Künstlerin, Köln
Koordination: Daniel Hausig

15.30 Uhr
Kaffeepause

16.30 Uhr | Panel
Raum und Licht in der Bildenden Kunst
John Jaspers | Direktor des Zentrums für Internationale Lichtkunst, Unna
Jakob Mattner | Künstler, Berlin
Ute Weingarten | Artpress – Ute Weingarten, Geschäftsführerin, Berlin
Koordination: Michael Schwarz, Kunsthistoriker, Braunschweig

18.00 Uhr
Snack und Apéro

18.30 Uhr | Vortrag
Was wir Lichtkunst nennen – Kulturgeschichtliche Überlegungen zu Licht in der Bildenden Kunst
Gerhard Auer, Architekt und Theoretiker

20.00 Uhr | Abendessen

Samstag, 7.11.2015

11.00 Uhr | Panel
Forschungsansätze zu Licht in der Bildenden Kunst
Ana Maria Cetto, Physikerin, Professur für Physik, UNAM (Nationale, autonome Universität von Mexiko), Mexiko-Stadt
Ulrike Gehring, Kunsthistorikerin, Professur für Kunstgeschichte der Moderne, Universität Trier
Silke Walther, Professorin für Kunstwissenschaft und Medienphilosophie, Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe
Koordination: Bettina Catler-Pelz

13.00 Uhr
Mittagsimbiss

14.00 Uhr
Auswertung und nächste Schritte
Bettina Catler-Pelz

16.00 Uhr
Abreise